Ein faszinierender Zwischenraum oder doch nochmals das Design der Kundenbeziehung?

2014 Teil des vlow!-Awards mit Bregenz Tourismus & Stadtmarketing, heuer endlich einmal Teilnehmer mit ausreichend Zeit für die Suche nach Zwischenräumen. Veranstalter Gerhard Stübe brachte es schon zu Beginn der Tagung auf den Punkt: „Alles wirkliche Leben ist Begegnung“, so eine Aussage des jüdischen Philosophen Martin Buber.

Und ja, Begegnung ist essentiell, auch die Pausenqualität, das Gespräch zwischen den Vorträgen. Die vlow! ist wirklich ein sehr gelungenes Format. Das Design der Kundenbeziehung stand 2012 auf dem Programm. Für mich wurden jedoch Kundenbeziehungen in nahezu jedem Vortrag und Workshop des ersten Tages, den ich erleben durfte, thematisiert.

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Beginn und Ende von Prozessen wurden thematisiert, „Besser anfangen“ lautete das Thema der diesjährigen vlow!. Die Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber muss definiert, das Projektziel klar artikuliert werden. Im Übrigen ist die konkrete Zieldefinition meist eine erste Hürde, die nur gemeinsam – in Abstimmung von Auftraggeber und Kunden – genommen werden kann. Beteiligung ist ein Schlüssel für Change-Prozesse, kollektive Energie kann schon im Entwurf des Prozesses freigesetzt werden. Und es festigt sich die Erkenntnis, dass Prozesse nie geradlinig verlaufen, Rückschläge und Korrekturen gehören bekanntlich dazu. Bewusstseinsbildung, auch für mich persönlich.

  • Wissen: Mit wem wird gearbeitet? Wer ist der Auftraggeber, wie sieht der Auftraggeber seine Zukunft? Dabei geht es auch um Werte. Am Beginn eines jeden Projekts kann ein Workshop stehen, der weit mehr als das eigentliche Projektthema anspricht. (Kathy Müller und Guido Rotkämper*)
  • Wie stellen wir ein Projektteam zusammen? Arbeiten muss bekanntlich Spaß machen, Selbsterfüllung, Sinn und Erfolg sind heute meist wichtiger als Geld …
  • Wie kann Stress vermieden werden – wie können Mitarbeiter/innen gut in Change-Prozesse eingebunden werden?
  • Zudem: Wie kann zwischen einzelnen Abteilungen oder Geschäftsbereichen interagiert werden? Und eine Frage ist in meinen Augen entscheidend: Wie können individuelle Erfahrungen im Team eingebracht werden?
  • Inspiration: Wo sollen die Workshops stattfinden? Wie können Prozesse sichtbar bleiben – wie kann bleiben, was besprochen wurde? Wie können Marktplätze für Ideen entstehen?
  • Daraus ergibt sich die Frage, wo Kommunikation stattfindet? Wie reden wir miteinander, wo generieren wir Wissen, wo werden Ideen der Zukunft generiert?
  • Was sind mögliche Konfliktfelder?

Weitere Impulse …

Prozesse sollen Emotionen zulassen: Ja, dafür braucht es Freiraum und eine passende Atmosphäre.
How to create unexpected experiences? (Cecilia Martin*)
Wenn Emotionen Raum bekommen, können möglicherweise unerwartete Ideen stehen, wissend, dass das nicht vorprogrammiert werden kann.
Sharing Knowledge: Wissen zu teilen, sich auszutauschen, eine lernende Organisation zu sein. Ich war immer schon ein Fan von lernenden Organisationen, die sich permanent im Wandel befinden und sich der Realität kontinuierlich aufs Neue stellen.
Ideen-Generator:
Wie können Ideen proaktiv umgesetzt bzw. zumindest im Kollektiv gemeinsam reflektiert werden? Jeder, der schon im Team gearbeitet hat, weiß, wie es ist, wenn seine Ideen weder wahrgenommen, geschweige denn ernsthaft diskutiert werden.

Abschalten – Anfangen

Bleibt die Antwort auf die angesprochenen Zwischenräume. Was suchen wir in Zwischenräumen? Wie schalten wir ab, wie fangen wir an? Wie arbeiten wir Projekte auf, Stichwort Feedbackkultur. Eine Frage, die jeder für sich beantworten muss. Aber: Wir können mit Zwischenräumen etwas anfangen, wir können sie nutzen um uns immer wieder zu hinterfragen. Allein diese Erkenntnis bzw. dieser Reminder, war der Besuch des ersten Tages der Vlow! wert. Vielen Dank an Tom Ritschel* für den animierenden Workshop.

Vielen Dank an die Organisatoren von Kongresskultur Bregenz, insbesondere an den Kurator Hans Joachim Gögl und die Referentinnen und Referenten für die Vielzahl an Impulsen. Ich freue mich auf die vlow! 2018.

* Gourdin & Müller (Kathy Müller) mit Standorten in Hamburg und Leipzig ist eines der führenden deutschen Büros, das sich auf die Gestaltung von Orientierungssystemen, Ausstellungen und Corporate Spaces spezialisiert hat. Der Architekt Guido Rottkämper von desing2sense (Guido Rotkämpen) gestaltet motivierende Arbeitsräume, in dem er Erkenntnisse aus Soziologie und Psychologie verbindet. Die beiden Unternehmen inszenieren gemeinsam individuelle Arbeitswelten für nahmhafte Kunden wie Adidas und Mercateo. (siehe: www.vlow.net)

Cecilia Martin is the co-founder and curator of Lava Lab. A lab for innovation mixing strategy, design and technology to engage and inspire organisations. Lava Lab challenges professionals to cross boundaries and realise new possibilities. After more than ten years of experience working as a Brand and Innovation Consultant on a wide range of international clients she realised the importance of the application of creativity to innovation. (siehe: www.vlow.net)

Tom Ritschel ist ein erfahrener Berater und Hochschullehrer im Bereich Projektmanagement und kreativer Problemlösungstechniken. Er verbindet neueste Erkenntnisse aus den unterschiedlichsten Kompetenzfeldern zu verblüffenden Lösungen. (siehe: www.vlow.net)

2017-11-12T12:29:24+00:00